History

Wie uns bereits der Name vermittelt, ist das Herkunftsland von Obedience Großbritannien. „to obey“ bedeutet gehorchen (oder Befehle zu befolgen, etwas Folge zu leisten). Obedience, so wie es heute betrieben wird, ist ein Ableger der Working Trials.
Deswegen muss man zeitlich weiter nach hinten blicken, zurück zur Zeit nach dem ersten Weltkrieg, als die ersten Working Trials begannen. Schon während des ersten Weltkrieges waren Hunde als  Kriegshunde eingesetzt worden. Viele Heimkehrer hatten gesehen, in welchen Bereichen die Hunde ihre Verwendung gefunden hatten und wollten diese Arbeitsqualitäten weiterhin nutzen. Zu dieser Zeit war die am meisten verbreitete Rasse der „Alsatian“ – der Deutsche Schäferhund. Der Name „Alsatian“ war nach dem ersten Weltkrieg in England  auf Grund der Anti-Deutschen Stimmung einführt worden. Die erste Vereinigung die bereits 1919 wettkampfmäßig Working Trials durchführte war der im Kennel Club registrierte „Alsatian Wolf Dog Club“, es folgten sehr schnell neue Zusammenschlüsse und es wurden regelmäßig Trainingseinheiten durchgeführt. Aber wo finden wir nun die ersten Obedience-Wurzeln, so wie wir es kennen. Das erste öffentliche Working Trial (ausgerichtet von der ASPADS) fand am 31. Januar 1924 im Old Crystal Palace in London statt. Zugelassen war ausschließlich deutsche Schäferhunde, die von drei Richtern beurteilt wurden. Die Hunde konnten in drei unterschiedlichen Disziplinen vorgeführt werden. Hier taucht nun auch zum ersten Mal der Name Obedience auf, denn eine dieser Disziplinen hieß „General Obedience“ . 16 Hunde waren für diesen Bewerb gemeldet worden. 

Der erste Only Obedience Test fand am 22. Oktober 1949 im Norden Londons statt. Diese Prüfung war für alle Rassen offen. Dieser Wettbewerb war in jeweils fünf verschiedene Klassen eingeteilt. Rüden und Hündinnen wurden getrennt gerichtet. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass auch ein interner Clubwettbewerb ausgeschrieben war. Für den erstplatzierten Hund gab es ein Preisgeld von einem Pfund. Insgesamt waren es 40 Starts bei den Rüden und 56 Starts bei den Hündinnen (es Bestand die Möglichkeit in mehreren Klassen zu melden). In der höchsten Prüfungsstufe C gewann der Rüde „Fulfilment of Colwood“ und die Hündin „Merlinsvale Crystal“. 55 Hunde waren für diesen Wettbewerb gemeldet, davon 47 Deutsche Schäferhunde, 3 Pembroke Corgis, 2 Cocker Spaniels und jeweils ein Sheltie, Schnauzer und Golden Retriever. Interessant ist vielleicht die Tatsache, dass kein einziger Border Collie oder Working Sheepdog gemeldet war. Bis 1950 zeigte der englische Kennel Club wenig Interesse an Obedience-Shows. Es ist Ken Butler, Bob Montgomery und George Sly und ihrer unermüdlichen Beharrlichkeit zu verdanken, dass der Kennel Club bald Notiz von Obedience nahm. Es waren die Schäferhundeleute (und ihr Enthusiasmus) und ihre Rasse, die diesem Sport zu seiner Bekanntheit verhalfen. Bald schon interessierten sich viele Hundehalter für Hundeausbildung und besonders für Obedience.

1951 wurden die ersten Obedience-Tickets (Obedience-Challenge-Certificates) an die DSH-Hündin Sappho of Ladoga (welche auch der erste Obedience Champion der Geschichte wurde) und an den Golden Retriever Stubbings Golden Justice vergeben. Der erste OB-Ch. bei den Rüden war Jack Kenworthy’s DSH Raf of Schone. 1951 gab es die erste „Obedience-Demonstration“ auf der Crufts, gerichtet von George Sly. Seit 1955 finden nun jährlich die Crufts Obedience-Championships statt. Die ersten beiden Hunde, die diesen Wettbewerb gewannen waren die Hündin OB-Ch. Della of Gipton und der Rüde OB-Ch. Shepherdon Spun Gold (beides DSH).

Bald aber schon begannen Border Collies und Working Sheepdogs die Obedience-Szene (bis heute hat sich das nicht geändert) zu dominieren. Hier eine kleine Statistik (1955 bis 1997): In dieser Zeit hatten 42 Championships stattgefunden mit separaten Klassen für Rüden und Hündinnen. Das ergibt 84 Gewinner. Golden Retriever haben zweimal gewonnen, einmal ein Belgischer Schäferhund, einmal ein Dobermann, dreimal Mischlinge, 21 Deutsche Schäferhunde und 56 Border Collies/Working Sheepdogs. Das ergibt bei den Deutschen Schäferhunden einen Anteil von 25 % und über 66 % bei den Border Collies/Working Sheepdogs.
Seither ist es eher ungewöhnlich, dass ein Hund einer anderen Rasse gewinnt. Deshalb werden in England Wettkämpfe veranstaltet, an denen Border Collies/Working Sheepdogs nicht zugelassen sind. Das gilt natürlich nicht für die Ticketshows. Im Jahr 2005 hat übrigens nach langer Zeit wieder eine Deutscher Schäferhund gewonnen.

Eine herausragende Stellung im Obedience nimmt hier sicherlich Murial Pearce’s Border Collie Hündin OB-Ch. Megan of Monksmead 12273, UDex, CDex ein. Bis jetzt der einzige Hund, der die Championships auf der Crufts viermal gewonnen hat, darüber hinaus auch 60 CC’s. Aber nicht nur das (und hier sieht man, wie wichtig es ist, auf das richtige Pedigree zu achten), Megan hatte nur einen Wurf mit dem tricolour-farbenen Rüden OB-Ch. Patanne. Von ihren sechs Welpen wurden drei Obedience-Champions. Ihre Enkelkinder und Urenkel waren nicht weniger erfolgreich – mehrere Cruftswinner und viele viele Obedience-Champions. Viele ihrer Nachkommen sind in den heutigen Pedigrees der erfolgreichen Obediencehunde zu finden.

In England wird Obedience mit ungebrochener Begeisterung und ungeheurer Präzision ausgeübt. Über die Jahre haben viele Handler herausragende Qualitäten in der Ausbildung ihrer Hunde erreicht. Nicht nur durch die Methodik der Ausbildung hat sich viel verändert, man möchte ausdrucksstarke, energievolle und clevere Hunde sehen, die ihre Arbeit gerne machen und dies auch nach außen zeigen. Copyright: Susanne Huber

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